Künstliche Intelligenz – Unterstützung oder Konkurrent für Grafiker?

Künstliche Intelligenz
„Zeichne wie eine KI aussieht“

Künstliche Intelligenz (KI) hat sich zu einem Schlüsselakteur in unserer modernen Welt entwickelt. Doch die Frage, ob sie eine Unterstützung oder eine Konkurrenz für die Menschheit darstellt, bleibt kontrovers. In diesem Blogpost werden wir KI in Bezug auf unsere Arbeit als Grafikdesigner näher betrachten und die verschiedenen Standpunkte dazu beleuchten.

Hätten Sie bemerkt, dass dieser Abschnitt von einer sogenannten „KI“ geschrieben worden ist? Auf den ersten Blick fallen KI-geschriebene Texte kaum auf. Dennoch können Sie in den folgenden Zeilen erkennen, dass sich mein persönlicher Schreibstil der einer KI unterscheidet. Gehen wir aber erstmal auf die Themen ein.

Was ist Künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz (KI) ist die Fähigkeit von Computerprogrammen Aufgaben auszuführen, die normalerweise eine menschliche Intelligenz übernehmen würde. Dazu gehören zum Beispiel Sprachverständnis, Problemlösungen oder das Erlernen von neuen Aufgaben.
KI bezieht ihr Wissen aus vorhandenen Datenbanken und Algorithmen. Die meisten KIs agieren jedoch nur auf Befehl vom Menschen, bedeutet also, wir müssen gewünschte Schlüsselwörter vorgeben, um zum Ergebnis zu kommen.

KI in der Arbeitswelt

Wie wird KI eigentlich in der Arbeitswelt genutzt?
Der Einsatz von geschriebenen KI-Texten mithilfe von Chat-Assistenten ist für Viele bereits bekannt. Das weit verbreitete Beispiel ist hierbei „ChatGPT“, welches im November 2022 für alle zugänglich veröffentlicht wurde.

Künstliche Intelligenz und die Anwendungsbeispiele

KI kann inzwischen ebenfalls Arbeiten in Photoshop erledigen. Diese beschränken sich aktuell, Stand September 2023, jedoch eher auf dem Minimum von grafischer Leistung. Qualitativ hochwertige Arbeit kann man nicht erwarten. Beispielsweise kann KI schnell und zuverlässig Autos im Hintergrund verschwinden lassen, jedoch kommt sie an ihre Grenzen, wenn es sich um fotorealistische Bildmontagen handelt. Meistens erkennt man den Unterschied einer KI-geschaffenen Grafik im Vergleich zu einer menschlich erstellten Grafik sofort.

Im folgenden Beispiel wurde eine Bildisolation durch Künstliche Intelligenz und durch den Grafiker vorgenommen. In der linken Variante erkennt man deutlich, dass viele Kaktusspitzen gar nicht erst freigestellt worden sind, sowie auch weiße Flächen nicht als „Ausschneidefläche“ erkannt wurden. Außerdem wurden die Konturen des Blumentopfs abgeschnitten.

Zukunftsvision

Seit das Thema KI in aller Munde ist, ist die Debatte um mögliche Jobverluste ebenso aufgetreten. Viele Menschen fürchten die Zukunft ihrer Arbeit und befürchten, nahezu vollständig von KI ersetzt werden zu können – doch stimmt das so auch?

Meiner Meinung nach – nein!
Künstliche Intelligenz kann menschliche Arbeit erleichtern, aber nicht ersetzen. Sie kann uns in Form von lästigen Verwaltungsaufgaben eine Stütze sein, kann uns E-Mails schnell und professionell formulieren, kann inzwischen sogar Freistell-Arbeiten in Photoshop übernehmen.

Gewiss ist, dass die Einführung von KI in der Arbeitswelt eine Frage von Ethik und Moral aufwirft. Kann KI adäquat mit menschlichen Problemen umgehen? Wird die Künstliche Intelligenz auf persönliche Bedürfnisse und Wünsche reagieren können? Darf man einer KI eine hohe Verantwortung mitgeben?

Diese Fragen können verständlicherweise besorgniserregend sein. Sofern sich KI im menschlich kontrollierbarem Rahmen befindet, empfinde ich persönlich keine Gefahr. Man sollte KI als Leiter betrachten, die uns helfen kann aufzusteigen.

Kunde und Copyright

Zu betrachten ist ebenfalls, dass aktuelle Regelungen bezüglich Copyrights und Nutzungsrechten von KI erstellten Grafiken sehr umstritten sind und es dafür noch keine ordentlichen Gesetzesentwürfe gibt.

Aber woher weiß man als Kunde eigentlich, ob man bereits unwissentlich KI Grafiken verwendet hat?
Plattformen, wie beispielsweise Adobe Stock, bieten inzwischen die Möglichkeit nach KI-generierten Werken zu filtern. So hat man selbst die Auswahl, ob man auf Roboter- oder Menschentechnik setzt.

„Erstelle ein Logo für eine Design-Agentur in den Farben Grau und Rot, Initialen DR. Es soll eine Kreisform haben.“
…Anmerkung der Redaktion – DDR war natürlich keine Absicht 😉 

Kunde und Vertrauen zu KI

Viele Kunden vertrauen eher gelernten Designern verantwortungsvolle Aufgaben an. Dazu gehört zum Beispiel das Firmenbranding oder die Gestaltung einer Homepage. Die KI kann Ihnen helfen, aber das Endprodukt wird zu einem großen Teil immer noch von Menschenhand geschaffen sein. KIs fehlt die detailreiche menschliche Zwischenkommunikation, welche das Vertrauen in eine künstliche Intelligenz erschweren.

Fazit

Der Mensch kann durch KI nicht ersetzt werden, aber die Aufgabengebiete werden sich definitiv verändern. Wenn ein Angestellter vorher für das Schreiben von Texten verantwortlich war, wird sich sein neues Aufgabengebiet in Zukunft vermutlich auf das Überprüfen und Korrigieren von KI-geschriebenen Texten fokussieren.

Wir als Grafikdesigner schätzen den Einsatz von KI sehr, da es uns zeitintensive Aufgaben abnehmen kann, jedoch steht der menschliche Draht zwischen Kunde und Designer immer im Vordergrund. Die Kreativität und Kommunikationsgabe eines Menschen ist nicht ersetzbar.

Oder wie auch Albert Einstein bereits vor 100 Jahren gesagt hat:

Kreativität ist die Intelligenz, die Spaß hat.

Karin Liebenau

Karin Liebenau

Grafikdesignerin

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