Druckdaten richtig anlegen: Beschnitt, Farbe & PDF einfach erklärt

Sie haben stundenlang an Ihrem Flyer gefeilt. Am Bildschirm sieht alles perfekt aus. Ein paar Tage später kommt die Flyer-Lieferung. Ihr Logo ist nicht mehr leuchtend und klebt gefährlich nah am Rand, an einer Kante blitzt ein weißer Streifen, die Farben wirken etwas blasser und der Falz verläuft mitten im Text.

Kein Grund zur Panik:

Mit unserem kleinen Guide lassen sich die Fehler vermeiden, bevor die Datei überhaupt zur Druckerei geht.

rgb cmyk

Eine Druckdatei braucht mehr als eine Webdatei

Der Bildschirm und die Druckmaschine sprechen zwei verschiedene Sprachen.

Ihr Monitor leuchtet. Am Bildschirm mischen sich Farben aus Rot, Grün und Blau (RGB). Die Druckmaschine arbeitet dagegen mit vier Druckfarben: Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz – kurz CMYK.

Der Haken dabei ist:
RGB kann Farben zeigen, die im Druck schlicht nicht existieren. Dieses leuchtende Neongrün auf dem Monitor? Im CMYK-Druck wird daraus ein etwas ruhigeres Grün. Nicht schlechter – nur anders. Wer seine Datei von Anfang an in CMYK anlegt, erlebt hinterher keine Überraschung.

Und wenn eine Farbe ganz genau stimmen muss – zum Beispiel Ihr Markenrot bzw. Neongrün – kommen Sonderfarben ins Spiel (etwa Pantone oder HKS). Das sind vorgemischte Farben, die immer gleich aussehen. Ideal für Logos, bei denen schon eine Nuance daneben auffällt.

Mehr dazu hier: „RGB, CMYK und Sonderfarben – warum Farben im Druck anders aussehen“

Beschnittzugabe & Sicherheitsabstand

Beschnittzugabe

Beim Schneiden stapelt die Maschine viele Bögen übereinander und schneidet sie – dabei rutscht es minimal. Läuft Ihr Hintergrund exakt bis zur Schneidekante, entsteht bei der kleinsten Ungenauigkeit ein weißer Streifen (sogenannter Blitzer). Wenn Sie Ihrem Randmotiv mehr Fläche über die Schneidekante hinaus geben, entstehen keine Blitzer mehr – auch wenn das Messer daneben schneidet.

Sicherheitsabstand

Der Sicherheitsabstand ist das Gegenstück – und mindestens genauso wichtig. Alles, was nicht abgeschnitten werden soll (Texte, Logos, wichtige Bildteile), hält am besten mehr Abstand zur Schneidekante.

Kurz gemerkt:
– Hintergrund/Motiv: über den Rand hinaus (Beschnittzugabe)
– Wichtige Inhalte: ein Stück nach innen (Sicherheitsabstand)

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Auflösung im Druck und im Web

Ein scharfes Bild auf der Website kann im Druck plötzlich pixelig wirken. Das liegt daran, dass der Druck viel mehr Bildpunkte auf derselben Fläche unterbringt als ein Bildschirm. Faustregel fürs Erste: Fürs Web reicht eine Auflösung von 72 dpi, für den Druck braucht es mindestens 150 dpi bei großformatigen Druckmedien (Messewand, Roll-up, LKW-Beschriftung) und 300 dpi bei kleinformatigen Medien (Visitenkarte, Flyer, Katalog). Ein Bild aus dem Internet ist deshalb selten druckreif – auch wenn es am Monitor gut aussieht.

Vektor oder Pixel?

Es gibt zwei Sorten von Bilddateien:

Pixelbilder (zum Beispiel Fotos) bestehen aus lauter kleinen Bildpunkten. Zieht man sie zu groß, werden sie unscharf.

Vektorgrafiken (zum Beispiel Logos, Icons) bestehen aus Linien und Flächen, die der Computer berechnet. Sie lassen sich beliebig groß skalieren – von der Visitenkarte bis zur Messewand – und bleiben immer gestochen scharf.

Deshalb sollten Logos und Grafiken im Druck idealerweise als Vektordateien in CMYK angelegt werden. Die Dateiformate lauten .ai, .eps, .pdf (wichtig: als Vektor-PDF). Bitte benutzen Sie für den Druck kein .svg-Vektorformat. Das ist ein Vektorformat für die Internetwelt.

Gehört die Schrift in die Vektor- oder Pixelbande? Weder noch. Die Schrift wird normalerweise in Ihre Druck-PDF integriert. Wenn alles gut läuft, wird sie in gedruckter Form perfekt aussehen. Und wenn bei der Integration etwas schiefläuft? Die Sicherheitsvorkehrung aller Druckereien lautet: Bitte alle Schriften in Pfade umwandeln. Was heißt das? Die Schrift wird in Vektoren, also in Zeichnungen/Grafiken, umgewandelt. So wird auch die seltenste Schriftart in Ihrem Druckmedium fehlerfrei abgebildet.

Die richtige PDF: X-3 oder X-4 – einfach erklärt

Am Ende wird aus Ihrer Datei meist ein PDF. Aber PDF ist nicht gleich PDF. Für den Druck gibt es spezielle Varianten, die sicherstellen, dass alles Wichtige (Schriften, Farben, Beschnitt) korrekt mitgeliefert wird.

Die zwei häufigsten heißen PDF/X-3 und PDF/X-4. Grob gesagt:
– PDF/X-3 ist die etwas ältere, sehr robuste Variante – funktioniert fast überall.
– PDF/X-4 ist moderner und kann zum Beispiel Transparenzen und Effekte besser mitnehmen.

Welche Variante die richtige ist, sagt Ihnen – Sie ahnen es – die Druckerei. 

Auch hier gilt: Wir richten die Datei nach deren Vorgaben aus, damit am Ende nichts hakt.

Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie uns an. Wir prüfen Druckdaten täglich, kennen die Druckanforderungen und passen Ihre Datei an.

Wir weisen auf die Nutzung von KI gemäß Kap. 4 Art. 50 KI-VO hin: Texte in Unterstützung von KI optimiert.